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| Minister informierte sich an Ort und Stelle: Schulkomplex am Bad Doberaner Kamp verändert Gesicht Bad Doberan/w.v. Der Schulkomplex am Kamp ist angesichts gesunkener Schülerzahlen auch in Bad Doberan allmählich zu groß, zu hoch geworden. Eines der beiden Gebäude, einst mit Namen Ernst Schneller, beherbergt keine Schule mehr, diente eine Weile als Teil des Gymnasiums und gegenwärtig als Hort und kommunales Bildungszentrum; das andere, die Realschule, bedarf dringend der Erneuerung und Verkleinerung. Vor Jahren schrieb die Stadt einen Wettbewerb zur Neugestaltung aus. Er wurde 2003 von Architekten des Rostocker Planungsbüros Möller, Haroske, Berndt gewonnen, das Vorhaben konnte noch nicht umgesetzt werden. Nun soll wenigstens die Realschule in Angriff genommen werden. Für den Gesamtkomplex fehlt vorläufig das Geld. Architekt Sebastian Stave vom Planungsbüro erläuterte den Entwurf für die Umgestaltung nach den neuen Erfordernissen und den Vorstellungen der Stadt. Es sieht vor, das oberste Geschoss rückzubauen und den vorderen Teil abzutragen. Das zweite Gebäude bleibt vorläufig erhalten, soll aber später wenn das Geld vorhanden ist, dem Stadtbild angeglichen und ebenfalls auf zwei Obergeschosse reduziert werden. Nach dem Gesamtkonzept sollen beide Teile enger zusammenrücken, mit einem Schulhof, der von den Schülern der Ganztagsschule auch zu Pausen- und Freizeitbeschäftigung genutzt werden kann, einen Komplex bilden. Abweichend von der Vergangenheit sollen die Gebäude farbig in Gelb gehalten werden, um sie vom klassizistischen Weiß am Kamp abzusetzen. Nach endgültiger Fertigstellung soll die Lessing-Grundschule in den Hort umziehen. Ihr heutiger Standort werde geschlossen; er entspreche nicht mehr den Erfordernissen, Bürgermeister Hartmut Polzin hofft auf Unterstützung durch Schulbauförderung, äußerte sich jedoch "wegen Heiligendamm" zurückhaltend, "Erst einmal Deckel zu", fügte er sarkastisch hinzu. Man müsse sich den tatsächlichen Realitäten anpassen. Er rechne mit Gesamtkosten von einer Million Euro. Der Landesminister für Verkehr, Bau und Landesentwicklung Dr. Otto Ebnet, der sich sehr für das Projekt interessiert, kam eigens in die Kampschule, um sich in Anwesenheit von Bürgermeister Polzin, Stadtplanungschef Norbert Saß und GSOM-Projektleiter Rainer Kamrath damit vertraut zu machen und sich mehr als anderthalb Jahrzehnte nach Aufnahme Bad Doberans ins Landes-Städtebauförderprogramm vom Stand der Sanierung der Altstadt zu informieren. Das Wetter spülte sein Vorhaben zur Hälfte regelrecht weg. Ein Stadtrundgang führte lediglich durch Palaisgarten und Klostergelände zum Münster. Durchdringender Regen drückte Minister Ebnet und seiner Begleitung den Schirm in die Hand und gab ihm die Möglichkeit, sich mit dem Gotteshaus näher vertraut zu machen. Er interessierte sich für Altar und Grablegen der Schweriner Fürsten, aber auch für die sogenannten Grabinschriften, besonders die für Klosterkoch Peter Klahr. Für die Altstadtsanierung wurden vom Land bisher ca. 34,026 Millionen Euro ausgegeben, teilte die Gesellschaft für Stadtsanierung und Ortsentwicklung in Zusammenhang mit dem Besuch mit. Davon entfielen 8,464 Millionen auf Modernisierungsinstandsetzung von Gebäuden in privatem und kommunalem Eigentum, 11,357 Millionen für die Erschließung von Straßen, Wegen und Plätzen sowie 6,357 Millionen für Gemeindebedarfs- und Folgeeinrichtungen. Gefördert wurden 193 private und kommunale Gebäude, 37 Maßnahem für Straßenerschließung, Abbrüche und Objektförderung für Gemeindebedarf und Folgeeinrichtungen. |