News-Archiv April 2008
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Roter Pavillon bleibt Doberaner Kultur erhalten: Neuer Vorstand des Kunstvereins setzt Arbeit fort
Region Bad Doberan | 25.04.2008 - 14:32:11
Bad Doberan / w. v. „Der Kunstverein führt seine Arbeit fort!“, ist obenan auf einem Brief zu lesen, der Ende voriger Woche allen Vereinsmitgliedern und Bad Doberaner Kunstfreunden ins Haus flatterte. Darin wird mitgeteilt, dass sich der Verein, der sich um den Roten Pavillon schart, einen neuen fünfköpfigen Vorstand mit Prof. Dr. Ing. Thomas Römhild als 1. Vorsitzenden gewählt hat. Der neue Vorsitzende ist den Doberaner Kunstfreunden kein Unbekannter. Der Professor an der Wismarer Hochschule engagiert sich für das kulturelle Leben seit Jahren, bemüht sich insbesondere um die Belange des Klosters und seiner Anlagen.
Der neue Vorstand freue sich auf seine Aufgabe und bittet alle, ihn mit Ideen und Engagement zu unterstützen, heißt es u. a. weiter im Brief. Zur Zeit werde ein Arbeitsprogramm für die nächsten zwei Jahre erarbeitet. Mit Hilfe der Mitglieder soll das Vereinsleben mit vielfältigen Veranstaltungen bereichert werden, wird versprochen. Neue Mitglieder seien dabei willkommen.
Der Mitteilung ist die Einladung zur Eröffnung der ersten Ausstellung nach Wiederbeginn beigefügt. Sie findet am Sonnabend, dem 26. April - wie im Roten Pavillon Brauch 17.00 Uhr - statt. "Holzplastik" ist sie überschrieben und wird gestaltet von Horst Wendt, der seit 1994 als freischaffender Holzplastiker tätig ist.
Die "Rettung" des Roten Pavillon trifft doch noch mit seinem 200. Jahrestag zusammen. Kein Geringerer als Friedrich Franz I. war es, der die Anregung zum Bau gab. Er wurde 1808/09 von Carl Theodor Severin, dem Schöpfer des "weißen Doberan" auf dem Kamp zunächst in "Form eines Trichters" als Musiksaal gebaut und gehört seitdem zu den Sehenswürdigkeiten unserer Stadt. Die chinesischen Gestaltungselemente mischte Severin mit dem kühlen und strengen Klassizismus. Der Kamp selbst war wenige Jahre zuvor von einer "Kuhweide" zur gärtnerisch gestalteten parkähnlichen Anlage umgewandelt worden.
Vor der Übergabe des Roten Pavillons im Juni 1995 an den Kunstverein als Einrichtung zur Förderung junger Künstler und zur Stätte der Begegnung und Auseinandersetzung der Kunst und zu kulturellen Veranstaltungen diente der "Trichter" mancherlei Zwecken, war u. a. Bibliothek, war aber auch letzter Zufluchtsort für manchen Spaziergänger in "letzter Not".
Mit der Repräsdentation des Schaffens von Ludwig Bonitz im Februar/März schien das Aus für den Kunsttempel auf dem Kamp gekommen. Es scheint jetzt verhindert worden zu sein.
Der Kunstverein will an die bisherigen Traditionen anknüpfen und mit künftigen Ausstellungen die Diskussion um zeitgenössische Kunst - auch mit aktuellem Kunstschaffen aus der Region - bereichern.
Neben den klassischen Bildenden Künsten soll im Konzept den neuen Medien Fotografie, Installations- und Konzeptkunst eine verstärkte Rolle zukommen.
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