
Bad Doberan. Wird es das Kino in Bad Doberan weiterhin geben oder nicht? Es geht heiß her, bei der Diskussion zwischen Bürgern, Stadtvertretern, Stadtverwaltung und möglichen zukünftigen Betreibern. Wird es Fördermittel geben, soll ein Verein gegründet werden? Viele Ideen reifen derzeit und vielleicht zu spät, denn was aus dem Kino Kamp-Theater werden wird, steht noch immer in den Sternen.
Alfred Mielke, derzeitiger Kinoinhaber, wird das Kamp-Theater am 14.12.2011 aus gesundheitlichen Gründen das letzte Mal betreiben. Er trat mit dem Vermieter des Kinos an jemanden heran, der wissen muss, wie ein Kino in einer Kleinstadt funktioniert: Peer Kretzschmar, Inhaber des Ostseekinos in Kühlungsborn. Er setzte rechtzeitig auf digitale 3D-Technik, das zahlt sich langfristig aus, denn es wird nicht mehr lange dauern, bis Kinos nur noch digitale Filme - und diese meistens in 3D abspielen.
„Bei der Umstellung auf digitale Projektion im Ostseekino Kühlungsborn gewonnenen Erfahrungen bilden eine solide Grundlage bei der Ermittlung der notwendigen Investitionen und eines langfristig tragbaren Umsetzungskonzeptes für den Betrieb des Kamp-Theaters in Bad Doberan“, so Peer Kretzschmar.
Eine Investition in Digitaltechnik ohne 3D hält er für eine „Milchmädchenrechnung“, sie wäre zwar günstiger, aber längerfristig würden dem Kino die Gäste wegbleiben, da die Filmverleiher aktuelle Filme über kurz oder lang nur noch in 3D anbieten werden. „Es geht darum, ein modernes Kino für Bad Doberan zu installieren, um auch zukünftig den Bürgern und Gästen der Stadt Bad Doberan ein mit Rostock ebenbürtiges, nachhaltiges Kulturangebot zu sichern“, so Peer Kretzschmar.
Der Bad Doberaner Ortsverband der FDP vertritt die Idee, einen gemeinnützigen Verein zu gründen. „Dieser kann eine Anschubfinanzierung für die notwendige digitale Umstellung spenden, wenn das Kino demnächst durch einen Verein geführt wird. Steuerlich bekommen die Spender zwischen 20 und 30% der Spende vom Finanzamt über die Steuererklärung zurückerstattet. Weiterhin kann für die Mitglieder des neu gegründeten Vereins ein Rabatt bei Eintrittskarten erfolgen, so dass über die Jahre keine Verluste für die Spender auftreten, das Kino aber gerettet wird“, meint der Ortsverbandsvorsitzende Harry Klink.
Bild oben:
Schliesst das Kino „Kamp-Theater“ in der Bad Doberaner Severinstraße zum 15.12.2011?
Foto: Frank-Andreas Jütte