News-Archiv Januar 2009

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Was lange währt, wird endlich gut: Der Streit um Zappas Bart ist vom Tisch

Region Bad Doberan | 31.01.2009 - 08:03:20

Bad Doberan. Wolfhard Kutz, der "Vater" der Doberaner Zappanale, ist glücklich. Die Bronze-Büste ziert weiterhin den Stadteingang und kündet vom Engagement der Fans und wirbt in der Stadt für den legendären und weltbekannten Rockmusiker. Anderthalb Jahre zog sich ein Prozess vor dem Düsseldorfer Landgericht "um Zappas Bart" und mehr dahin. Das Festival neben Rennwoche und Schwanen-Rallye wohl das bedeutendste gesellschaftliche Ereignis der Stadt - darf weiterhin Tausende Fans seiner Musik nach Bad Doberan ziehen und sich auch künftig so nennen.  

Der Prozess ging am 22. Januar mit einer Abweisung der Klage von Zappas Witwe Gail endgültig zu Ende. Die Gerichtsmühlen mahlten nicht zuletzt so langsam, weil der Prozess über zwei Kontinente ging. So benötigten die deutschen "Angeklagten" zwei Anwälte, einen deutschen für Düsseldorf und einen amerikanischen für die USA-Seite, berichtete Wolfhard Kutz in einem Gespäch mit dem Stadtanzeiger am Samstag. 
Gail Zappa und ihre Familie, die sie ebenfalls vertritt, hatte dem Doberaner Fan-Club "Arf Society" den Namen "Zappanale" streitig machen, ihm Fan-Artikel mit Zappas Bart verbieten wollen. Sie konnte das Gericht jedoch nicht überzeugen, dass sie die "Marke Zappa" überhaupt in Deutschland verwendet hat. Sie und ihr Anwalt hielten es nicht einmal mehr für nötig überhaupt zur Verkündung des Urteils zu erscheinen. 
Sie hatten offensichtlich bald bemerkt dass es beim Doberaner Anliegen nicht in erster Linie ums Finanzielle, sondern das Künstlerische im Leben des beliebten und geachteten Musikers geht, dass nicht das große Geld, das man sich erhoffte zu holen war. So versuchten sie zappzapzerab, sich mit einer sogenannten "gütlichen Einigung" schadlos zu halten. Sie wäre der Arf Society teurer zu stehen gekommen als das Verlieren eines Prozesses. 
Ihre zusätzliche Forderung lief darauf hinaus, gefragt zu werden, welche Band aufspielen darf und welche nicht, kurz gesagt, sich das Management der Veranstaltung unter den Nagel zu reißen. Sie wollte entscheiden, wer Frank Zappa am echtesten interpretiert. Das Düsseldorfer Urteil bedeutet nach Kutz' Auffassung, dass die Doberaner Konzerte ohne Komplikationen oder zusätzliche Forderungen fortgeführt werden können. Wolfhard Kutz ist glücklich, dass der "Hauptstreitpunkt" beseitigt ist. 
 
Die Jubiläums-Zappanale vom 12. - 20. August - die 20. - verspricht sich zu einem besonderen Freudenfest zu gestalten und dauert mit einer zusätzlichen Veranstaltung am Auftakt-Mittwoch auf dem Kamp einen Tag länger als die bisherigen. Neben dem Fest auf der Rennbahn gibt es auch wieder Filmvorführungen und Vorträge im Kino. 
Es werden gern gesehene und renommierte Bands und Gäste erwartet. Alle Beteiligten der Vorjahre haben den Doberanern die Treue gehalten, freute sich Wolfhard Kutz. Neue Gäste wollen hinzukommen, z.B. Konzertveranstalter Fritz Rau und Filmemacher Rudi Dolezal, der Zappa 20 Jahre begleitete. Er versprach  bisher unveröffentlichtes Material und Erinnerungen mitzubringen. 
 
Außerdem hat das Doberaner Festival eine Art Tochter in Hamburg gefunden. In der St. Marienkirche wird - schon zum zweiten Mal - eine Benefizveranstaltung durchgeführt, die auf Initiative und unter Vermittlung des "Spiegel" zustande kam. Das erste "Hamburger Konzert" war gut besucht und soll mit weiteren fortgesetzt werden, verspricht sich Kutz.
 
 
Bild oben: Wolfhard Kutz und sein Idol Frank Zappa. 
Foto/Text: w. v.


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