Vorwürfe gegen Investor ECH zurückgewiesen: Interview mit ECH-Chef Heiner Zimmermann
Heiligendamm | 18.09.2009 - 12:53:24

Heiligendamm. Die ECH war als Heiligendammer Investor in den vergangenen Tagen in den Schlagzeilen der regionalen Presse. Für den Stadtanzeiger am Samstag fragte Frank-Andreas Jütte den Geschäftsführer der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH), Heiner Zimmermann, was von den Vorwürfen zu halten ist.
Stadtanzeiger: Herr Zimmermann, der ECH wurde kürzlich vorgeworfen, sie schulde der Stadt eine halbe Million Euro. In diesem Zusammenhang wurde die Aussage von Bürgermeister Hartmut Polzin eingebracht, dass Ihr Unternehmen unter anderem die Erschließungskosten für die zum Grand Hotel führende Straße seit über sechs Monaten nicht bezahlt hat. Zudem las man in der Tagespresse, die ECH hätte beim Bürgermeister Polzin eine Ratenzahlung über den Betrag von 458 430 Euro beantragt, darüber gäbe es ein Protokoll.
Entsprechen diese Vorwürfe den Tatsachen?
Heiner Zimmermann: Nein, diese Vorwürfe stimmen nicht. Für die Erschließungsstraße hat die ECH bislang etwa 1,50 Millionen Euro bezahlt. Und dabei sogar Kosten übernommen, die die Stadt zu tragen hätte. Jetzt geht es um einen letzten Betrag, mit dem künftige Instandhaltungen bestritten werden sollen. Hier haben Stadt und ECH unterschiedliche Auffassungen über die Höhe. Darüber sind wir seit einer Weile in Gesprächen, die in konstruktiver Atmosphäre verlaufen. So viel steht fest: Den Betrag, der am Ende stehen wird, werden wir zahlen. So wie wir immer unseren Verpflichtungen nachgekommen sind.
Stadtanzeiger: Wenn an den Vorwürfen nichts Wahres ist, warum behauptet der Bad Doberaner Bürgermeister das Gegenteil?
Heiner Zimmermann: Ob das der Bürgermeister so gesagt hat, möchten wir zunächst einmal bezweifeln.
Stadtanzeiger: Harry Klink (FDP-Stadtvertreter) wurde kürzlich in der Presse sinngemäß mit den Worten zitiert, die ECH schulde der Stadt Pachtzinsen und Grundsteuern, auch hier war die Rede von der Beantragung einer Stundung, ist an dieser Behauptung etwas Wahres dran?
Heiner Zimmermann: Nein, auch das stimmt nicht. Wir haben wiederholt öffentlich darauf hingewiesen, dass wir unseren Verpflichtungen stets nachgekommen sind. Wir haben Herrn Klink angeboten, ihm in einem persönlichen Gespräch die Dinge zu erläutern. Leider ist er darauf nicht eingegangen und stellt falsche Behauptungen in den Raum. Dieses geschäftsschädigende Verhalten kann sich niemand bieten lassen. Wir haben Herrn Klink daher aufgefordert, diese Behauptungen zu unterlassen.
Stadtanzeiger: Der neueste Vorwurf ist erst wenige Tage alt, Ihrem Unternehmen wird vorgeworfen, einen Wald in einen Privatwald verwandeln zu wollen. Was sind die Hintergründe dieses Vorhabens?
Heiner Zimmermann: Dieser Vorwurf ist völlig absurd. Im Grundlagenvertrag zwischen der Stadt und der ECH ist einerseits die Herstellung eines öffentlichen Kurwaldes und anderseits die eines Hotelparks für die Hotelgäste vereinbart. Der öffentliche Kurwald wurde von der ECH fertiggestellt und der Stadt übergeben, der Hotelpark ist Bestandteil des rechtskräftigen B-Planes Nr. 30. Im übrigen sind alle Verträge mit dem Landesforst notariell abgeschlossen. Es handelt sich also nicht um ein neues Verlangen der ECH, sondern um ein bereits abgeschlossenes Verfahren.
Stadtanzeiger: Von einigen Stadtvertretern wird immer wieder ein so genannter „Stichweg“, ein kürzerer Weg zur Seebrücke, verlangt. Warum geben Sie diesem Wunsch nicht nach?
Heiner Zimmermann: Das Thema „Stichweg“ ist im rechtskräftigen B-Plan Nr. 25, in vertraglichen Vereinbarungen mit der Stadt und der Übergabe des fertiggestellten Kurwaldes, jeweils auf der Basis von Beschlüssen der Stadtvertretung, abschließend geregelt und teilweise umgesetzt. Einige Stadtvertreter wollen aber diese Sach- und Rechtslage nicht akzeptieren.
Stadtanzeiger: Herr Zimmermann, erlauben Sie mir eine weitere Frage, die die Menschen in der Region interessiert: Die Villa Perle wurde vor dem G8-Gipfel abgerissen, die Leute warten auf ein Signal zum Wiederaufbau und viele messen den Investor an seinen Zusagen. Was muss passieren, damit der Wunsch des Wiederaufbaus in Erfüllung geht?
Heiner Zimmermann: Ganz einfach: Wir brauchen das notwendige Baurecht, wie es eine knappe Mehrheit der Stadtvertreter leider am 30. März abgelehnt hat. Hätten wir es bekommen, wäre jetzt schon die Baugrube ausgehoben. Das hatten wir der Stadt sogar verbindlich zugesagt. Alle Ämter hatten den Plänen zugestimmt, alle Fachausschüsse der Stadtvertretung mit Ja votiert. Es ist für alle schade, dass 2009 ein verlorenes Jahr ist. Viele Handwerker hätten die Aufträge gerade jetzt in der Krise gut gebrauchen können. Der Ball liegt leider nicht in unserem Spielfeld.
Foto oben: Heiner Zimmermann, Geschäftsführer der ECH, im Gespräch mit dem Stadtanzeiger am Samstag. Foto: Frank-Andreas Jütte
Villa Perle - Fotos vom Modell
Das Modell der Villa Perle, wie sie zukunftig aussehen soll, steht in den Vertriebsräumen der ECH.
Anzeige:
|
Frank-Andreas Jütte |
Kommentar: So geht man nicht mit Investoren um!
Wer auch nur ein wenig von der „Materie Heiligendamm“ versteht, weiß, dass in der letzten Zeit eine Menge Unsinn über die dortigen Investitionen verbreitet wurde. Nun, eine ganze Weile habe ich gelassen dem Treiben zugeschaut, beobachtet, Zitate gesammelt und war schon fast gespannt, was die „Spezialisten“, die scheinbar nicht aufhören können, den Fortgang der Investitionen mit Falschmeldungen und platten Halb- oder gar Unwahrheiten (siehe z.B. heutiges Interview) zu torpedieren, dem inzwischen fast ohnmächtigen Volk als nächstes unterjubeln.
Jetzt, nachdem das Feuer auf den Investor scheinbar eingestellt schien, flatterte unserer Redaktion ein möglicher Hintergrund für den Dauerbeschuss schriftlich ins Haus. Die „Besch(l)ussvorlage Nr. 102/09“, vom Bürgerbund. In einem dreiseitigen Papier wird hier vorgeschlagen, dem im Grundlagenvertrag zwischen Bad Doberan und Investor vereinbarten Hotelpark für die Gäste des Hotels nicht zuzustimmen. Als Gründe schiebt man sieben Punkte vor, die, wie könnte es anders sein, die angeb-liche Zahlungsunfähigkeit des Investors belegen sollen.
Unter Punkt 6 wird z.B. festgestellt, dass das Hotel eine Landesbürgschaft von 4 Millionen Euro in Anspruch genommen hat. Nach Auffassung des
Bürgerbundes sei nun die Hotelgesellschaft ohne diese Bürgschaft nicht kreditwürdig. Na? Merken Sie was? Ja, natürlich: Das Hotel hat die Bürgschaft vom Land bekommen und ist damit - sogar nach Bürgerbund-Logik kreditwürdig. Was für eine kuriose „Beweisführung“.
Punkt 7 beschäftigt sich mit der Hotelkette Kempinski, die den Vertrag mit dem Hotelbetreiber beendet habe. Nach den Ausführungen des Bürgerbundes hat die Kette nicht an den Erfolg in Heiligendamm geglaubt. Ist wirklich das so? Nach Auffassung des Hotelbetreibers lag dies eher an der falschen Vermarktung über den Billigsektor durch Kempinski. Dadurch wurden, so u.a. die Auffassung der Betreiber, die gut zahlenden Gäste abgeschreckt. Hinzu kommt sicher auch das jahrelange Gezetere um Beschlussvorlagen zu Heiligendamm, was dazu führte, dass nicht weitergebaut werden konnte.
Die Punkte 1 bis 5 behandeln die angebliche Zahlungsunfähigkeit des Investors, was durch unser heutiges Interview mit dem ECH-Geschäftsführer widerlegt sein dürfte. Abschließend betätigt sich der Bürgerbund als Hotelierspezialist und verordnet dem Grand Hotel statt 5-Sterne-Luxus einen Mittelklassestandard. Und ein solches Hotel brauche eben kein Hotelpark.
Wir stellen Ihnen, liebe Leser, die Vorlage 102/09 im [URL=http://www.am-samstag.de/dbr/downloads_id127_beschlussvorlage_102_09.html]Internet[/URL] gern zur Einsicht und Unterhaltung zur Verfügung.
Immer wieder stellen sich viele die Frage, wie man einen Investor so behandeln kann, wie es seit langer Zeit in Bad Doberan passiert. Wie konnte es geschehen, dass einige Bewohner und Regionalpolitiker dieser Region einen solchen Hass entwickeln, dass ihnen scheinbar jedes Mittel recht ist, um den Leuten „ein Bein zu stellen“, die dafür gesorgt haben, dass hier hunderte Millionen Euro investiert wurden? Fehler wurden gemacht, ganz sicher von allen bisher Beteiligten. Sind es aber eben diese Fehler wirklich wert, dass diese Investitionen wegen kleinbürgerlichem Gezänk den Bach herunter gehen? Wohl kaum.
Liebe Stadtvertreter, große Investitionen in Heiligendamm sind bereits abgeschlossen. Wir sehen ein fertiges strahlendes Hotel, ein Kurhaus, neue Straßen und als Prunkstück die Burg Hohenzollern. Bitte finden Sie einen Weg, der es ermöglicht, schnellst möglich auch den Rest des ältesten Seebads Deutschlands fertig zu stellen.
Bad Doberan hat genug andere Probleme, die dringend auf eine Lösung warten. Unsere Stadt steht in Konkurrenz zu Rostock und anderen Städten und Ostseebädern. Die Innenstadt wartet auf mehr Attraktivität, auf Straßenreinigung und weitere Parkmöglichkeiten. Die Jugend muss gefördert, der Marktplatz verschönert und die Stadt insgesamt sauberer und gepflegter werden, damit sich Einheimische und Touristen wohler fühlen. Es gibt so viel zu tun. Fällen Sie bitte Ihre Entscheidungen nicht auf Grund von dieser Stadt unwürdigen Schlagzeilen oder falschen Behauptungen, sondern Ihrer Sachkompetenz und Ihrem Gewissen. Das ist das, was die Bürger von Ihnen erwarten.
18.09.2009 - 12:57:30
|
Martin Dostal  |
Schade, dass Ihre Zeitung nur einmal in der Woche erscheint.
Um mit dem, was in der Ostseezeitung oft an schlecht recherchierten oder einfach daher geschrieben Dingen srin steht, klar Schiff machen zu können, bräuchten wir eine tägliche Zeitung. Oder so etwas wie BILDblog für die Ostsee-Zeitung.
Zum Thema:
Ich habe an Ihren Kommentar angeknüft und die Sitzungsvorlage einmal genau betrachtet. Zuerst fällt mir auf, dass sie sehr plump und unprofessionell ist. Aber in Ordnung - Stadtvertreter müssen keine Profis sein und solange die anderen Stadtvertreter verstehen, was mit der Sitzungsvorlage gemeint ist, dürfen sie auch zuweilen amateurhaftig sein.
Eines muss ich vorweg nehmen: Die ganze Begründung ist in meinen Augen überhaupt nicht dazu geeignet, die Vorlage überhaupt auf die Tagesordnung zu setzen. Da gibt es sieben Punkte, von denen der erste kein wirklicher Grund ist. Dann gibt es da sechs Thesen, die erst recht keine Begründung darstellen, sondern lediglich weitere Argumente für die erste These sein sollen.
In meinen Augen geht es bei so viel Unprofessionalität nicht darum, dass die Vorlage auf die Tagesordnung kommt sondern nur darum, dass wieder heftig diskutiert wird und sich der Bürgerbund in der neuen Konstellation und Zusammensetzung profilieren kann. Dasselbe gab es gerade bei der ersten Sitzung schon einmal aus einer anderen Fraktion. Dennoch muss ich an Herrn Gühlers Worte erinnern: Man kann Wählerstimmen nicht bunkern - es kann sich also nur um Totschlagaktionen handeln.
Hier meine Analyse in eigener Meinung und Sache:
Der Bürgerbund möchte, dass im Kleinen Wohld kein Hotelpark entsteht, sondern der Wald öffentlich bleibt bzw. der Öffentlichkeit wieder vollständig zugänglich gemacht wird.
Als Begründung führt der Bürgerbund an, dass sich die Interessen der Öffentlichkeit (auch Allgemeinwohl genannt) im letzten Jahrzehnt dahin gehend geändert haben, dass sie (die Bürger) einen öffentlichen Zugang zu diesem Wald benötigen, bzw. begehren.
Der Bürgerbund begründet auch, warum die Bürger kein Interesse mehr daran haben können sollen, dieses Stück Wald dem Hotel zuzuordnen. Der Bürgerbund stellt die Behauptung auf, dass die Bürger kein Interesse mehr an der Errichtung eines Hotelparks haben können, da die ECH (nach Ansicht des Bürgerbundes) nicht mehr investieren kann oder will.
Der Bürgerbund führt an, dass die finanzielle Lage und die Absichten der ECH derzeit höchst unklar sind.
Der vermeintlich zweite Grund ist gar kein Grund, sondern ein Argument für den ersten "Grund":
Der Bürgerbund führt hier ein Zitat an, welches die klassische Immobilienfinanzierung der Perlenkette erklärt und interpretiert diese übliche Finanzierungsform so, dass die ECH das Geld für die Sanierung der Perlenkette nicht hat und erst einnehmen muss.
Was ja nicht verkehrt ist: So funktioniert die klassische Immobilienfinanzierung nun einmal und das weiß man schon seit 2004, dass die ECH die Perlen nur so finanzieren und vermarkten kann und wird.
Der dritte Grund ist auch kein Grund, sondern wieder nur ein Argument für den ersten "Grund":
Der Bürgerbund erklärt zu wissen, warum die ECH die Villa "Perle" nicht wieder aufgebaut hat.
Er glaubt nämlich, dass die ECH das Geld dafür nicht hat.
Tatsache ist, dass die ECH den Beschluss dafür nicht hat und unter anderem der Bürgerbund dafür verantwortlich ist:
Die Wohnungen lassen sich nicht ohne Tunnelparkplatz und Dauerwohnrecht vermarkten.
Die Stadtvertreterversammlung aber hat die Pläne in letzter von 22 Instanzen nicht genehmigt, sodass eine Vermarktung der Wohnungen in der "Perle" praktisch nicht möglich ist.
Der Bürgerbund findet aber noch einen vierten Grund, warum die Bürger kein Interesse an einem Hotelpark haben sollen:
Es ist geplant, im Süden Heiligendamms 150 Villen zu bauen. Dafür gibt es einen Masterplan. Man hört aber nichts mehr davon.
Die Pläne für diese Bebauung sind keineswegs in der Versenkung verschwunden.
Es gibt lediglich Prioritäten: Erst das Ensemble, dann die Perlenkette, dann der Ortskern, dann die Vergrößerung nach Süden.
Es macht keinen Sinn, 150 Villen zu bauen und zu hoffen, dass sie sich füllen, wobei in der ersten Reihe Heiligendamms auf Grund fehlender Beschlüsse Villen in 1A-Lage verfallen müssen. Und es würde das falsche Signal setzen, sich von der ersten Reihe abzuwenden und in der vierten Reihe anfangen, etwas neu zu bauen.
Vertraglich festgelegt ist, zuerst Heiligendamm zu sanieren und dann neu zu bauen.
Wenn die ECH einmal davon abweichen sollte dann nur, weil die Sanierung auf Grund fehlender Beschlüsse nicht ermöglicht wird oder weil sich das Problem auf natürliche Art erledigt hat. Die 150 Villen aus dem Masterplan - einem Plan, für den es kein Zeitfenster gibt - Die Nachfrage bestimmt das Angebot: Sie können auch 2090 gebaut werden - haben mit dem vom Bürgerbund gemeldeten Desinteresse der Bürger an einem Hotelpark ungefähr so viel zu tun, wie die Seegurke mit dem Gärtner.
Der fünfte Grund, warum die Bürger kein Interesse an einem Hotelpark haben sollen ist, dass der Bürgerbund zu wissen glaubt, dass die ECH Schulden bei der Stadt hätte.
Das entspricht ungefähr der Situation, dass die Bürger fordern, das Grundstück irgend eines Mitbürgers in eine Ackerfläche umzuwandeln, weil jemand sagt, dass der Mitbürger gerade seine Kreditrate nicht bezahlt hat. Denn auch das dürfen wir nicht vergessen: Die ECH dementiert die Schulden-Beschuldigungen in der vorliegenden und vom Bürgerbund aufgegriffenen Form.
Der sechste Grund, warum die Bürger kein Interesse daran haben sollten, dass ein Stück ihres Waldes Hotelpark wird ist laut Bürgerbund, dass das Grand Hotel eine Landesbürgschaft in Anspruch genommen hat.
Wieder auf den kleinen Mann bezogen: Azubi Müller zieht in eine Wohnung, der Vermieter verlangt eine Bürgschaft, die Eltern bürgen für Azubi Müller und damit ist Azubi Müller also (nach Bürgerbund-Logik) nicht zahlungsfähig und darf daher weder diese, noch irgendwo irgend eine andere Wohnung haben. Im Gegenteil: Er darf nicht einmal mehr bargeldlos einkaufen, da ja schon einmal für ihn gebürgt wurde.
Es gab auch in der DDR Bürgschaften - Unwissenheit ist also ausgeschlossen.
Wenn jemand mit seinem Namen für einen anderen bürgt, dann ist das eine Ehrensache. Kein Bürge ist so dumm, für einen Pleitegeier zu bürgen. Nicht umsonst freuen sich die Banken, wenn sich ein Bürge findet: Die Kreditwürdigkeit ist damit gesichert.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern kann nicht für ein Unternehmen bürgen und dabei wissen, dass jeder Cent verschenkt ist.
Das ist rechtlich schon gar nicht möglich. Ein Bürge kann sich strafbar machen, wenn er bürgt, ohne bürgen zu können.
Im Privat-Fall: Zahlt der Mieter nicht, geht es dem Bürgen an den Kragen, zahlt auch der nicht, wird er bestraft.
So ist es auch bei einer Landesbürgschaft. Darum hat sich das Land auch abgesichert und sich in das Grundbuch des Grundstückes der Orangerie eintragen lassen. Würde die ECH also die Bank nicht mehr bedienen können, würde das Land dafür zwar gerade stehen, würde dann aber als Ausgleich die Orangerie samt Grundstück bekommen.
Die Bank bekommt also stets ihr Geld und das Land hat eine Sicherheit. Das macht das Grand Hotel kreditwürdig.
Wäre es nicht kreditwürdig, würde es keinen Kredit bekommen. Millionen Geringverdiener oder Leistungsempfänger, die schon einmal versucht haben, einen Geld- oder Warenkredit aufzunehmen, können Ihnen das bestätigen.
Nach fünf Gründen, die keine sind, ist auch vom siebten Grund nicht mehr viel zu erwarten:
Kempinski hat sich aus Heiligendamm zurück gezogen und das wertet der Bürgerbund als schlechtes Omen.
Er unterstellt der Kempinski-Gruppe, nicht mehr an den Erfolg Heiligendamms geglaubt zu haben.
Ein Fakt ist, dass Kempinski bei der Planung des Hotels noch gar nicht involviert war.
Die Kempinski-Gruppe kam erst kurz vor der Eröffnung des Hotels hinzu und übernahm nicht wie üblich das Hotel, sondern schloss einen Betreibervertrag mit der Investorengruppe bis zunächst 2012 ab. Das geschah aus Vorsicht - man wusste damals noch nicht, wie ein Resorthotel an der ostdeutschen Ostseeküste angenommen werden würde und wie die Gewinnaussichten sind.
Das Hotel wurde von einigen wenigen aber relativ einflussreichen Bürgern, wie z. B. einigen Mitgliedern des Bürgerbundes nicht angenommen, die Gewinnaussichten waren durchweg schlecht und mussten teilweise kompensiert werden, was man mit der Billigvermarktung über Tchibo und TUI versuchte aber was die Situation auf Grund des Exklusivitätsverlustes nur noch verschlechterte.
Wie man in der Ostsee-Zeitung las, gab es vor der Trennung schon Gespräche zunächst über die Differenzen und eine mögliche Trennung und dann über eine weitere Zusammenarbeit. Kempinski könnte genauso gut die Gunst der Stunde genutzt haben und sich zurück gezogen haben, um nicht von der Investorengruppe gekündigt zu werden, was Kempinski Nachteile gebracht hätte.
Über die Gründe für einen Hotelpark hat es nie eine Debatte gegeben.
Es wurde vertraglich gleich von Anbeginn vereinbart, dass die ECH einen Hotelpark bekommt und dafür erstens eine sechs Mal so große Fläche aufforsten und an die Stadt antreten muss und zweitens auf eigene Kosten einen Kurwald (damals noch "Kurpark" genannt) zu errichten und der Stadt kostenlos zu übergeben hat.
Das sind knallharte Vertragsklauseln und die ECH hat den Kurwald auf eigene Kosten errichtet und der Stadt kostenfrei für die öffentliche Nutzung übergeben, hat eine aufforstbare Ausgleichfläche parat und fordert nun lediglich den zweiten Teil der Klausel ein - einen Hotelpark einrichten zu dürfen.
Nicht umsonst sind die Vorbereitungen so weit fortgeschritten:
Es ist alles mit rechten Dingen zugegangen,
die ECH hat alle Forderungen erfüllt und nun bekommt sie den ihr zustehenden Teil.
Geschieht das nicht - und das will diese Beschlussvorlage erreichen - bleibt der ECH nur die gerichtliche Einforderung des Vertrages.
Die ECH kann dann also die Stadt auf Schadenersatz verklagen, weil die Stadt den Grundlagenvertrag nicht einhält.
Diese Klage ist nach meinem und dem Verständnis einiger Stadtvertreter fällig, sowie die Stadt der ECH den Hotelpark versagt.
Wir reden hier nicht von Bußgeldern: Die Stadt müsste die gesamte Erschließung und Ausgestaltung des Kurwaldes (also alles, was die ECH selbst bezahlt hat und was der Stadt keinen Cent kosten würde) selbst tragen. Inklusive Planung und Bauausführung. Auch die Grundstücksfragen sind dann wieder offen: Der Kurwald befindet sich teilweise auf ECH-Grundstücken und die Stadt müsste diese entweder pachten oder kaufen.
Fazit: Das Begehren des Bürgerbundes ist dazu geeignet, die Stadt nachhaltig zu ruinieren und ihr ein zweites Kammerhof-Desater - diesmal definitiv selbstverschuldet - zu bescheren. Die meisten Stadtvertreter wissen das.
Es bleibt abzuwarten, wie sie sich entscheiden.
18.09.2009 - 16:59:16
|
Martin Dostal  |
Hotelpark, Allgemeinwohl und Anmaßungen
Berichterstattung OZ von heute und meine persönliche Meinung dazu:
Förster Mattke und die Ostsee-Zeitung maßen sich an, das Allgemeinwohl zu kennen, ohne je die Bürger befragt zu haben.
Das ist das Schlimmste an dieser Nachricht.
Man beachte auch, wessen Geistes Kind solche Aussagen sind:
"Mattke, der als Ruheständler keine Repressalien eines Dienstherren befürchten muss, spricht Klartext:
„Wenn meine Kollegen im Landesforstamt so etwas genehmigen, dann bestimmt nicht aus fachlichen Erwägungen heraus, sondern weil sie ihrem Dienstherren Backhaus gehorchen müssen, um nicht ihre Jobs zu riskieren.“ "
Nur zur Info: Die Mauer ist weg. Solche Aussagen dokumentieren den tiefen Fall einer einst seriösen Zeitung.
Es geht nicht um Fakten, es geht nicht um Wahrheit, es geht um Selbstvermarktung eines lokalen Tagesblatts.
Der Rest ist der übliche schlecht recherchierte Unsinn. Es wird aus dem Landeswaldgesetz zitiert, ungeachtet der Tatsache, dass auch der jetzige Zaun um den ganzen Nordteil des Waldes schon konform zu diesem Gesetz ist. Das bedeutet, es könnte genauso gut beschlossen werden, den Wald einzuzäunen und der Öffentlichkeit nicht zugänglich zu machen, damit er sich erholen kann. Dann hat keiner etwas davon. Wobei der ECH der Hotelpark vertraglich zugesichert worden war und sie ihn oder Schadenersatz einklagen könnte und auf Grund der Höhe des entstandenen Schadens auch müsste.
Als nächstes wird dann gesagt, dass einige Lokalpolitiker die Kurwaldverordnung gesucht und nicht gefunden haben.
Ich hatte es an anderer Stelle schon einmal geschrieben: Selbst einige Verantwortliche können den Kurwald nicht vom Hotelpark unterscheiden. Der Kurwald ist der westliche Zipfel des Großen Wohldes - zwischen Perlenkette und Kühlungsborner Straße, sowie Severin-Palais und Seedeichstraße. Nur hierfür gilt die Kurwaldversordnung. Mit dem Kleinen Wohld hat sie rein gar nichts zu tun. Natürlich sieht es gut aus, wenn Lokalpolitiker sich in Schwerin für ihre Bürger erkundigen aber das hier zeugt nicht gerade von Sachverstand. Es bedarf keiner solchen Verordnung, um den Kurwald zu bauen. Die Verordnung regelt die Verhältnisse im fertigen Kurwald. Der Kurwald ist jetzt fertig und jetzt muss die Verordnung auch erst her.
Es gibt keine Verordnung über Dinge, die nicht existieren.
Gespickt ist das Ganze mit den üblichen Sticheleien und der üblichen Panikmache:
"Schon lange ist der öffentliche Wald in merkwürdigem Rechtsverständnis eingezäunt und wird von der Entwicklungs Compagnie Heiligendamm (ECH) wie ein Privatbesitz betrachtet."
Die ECH hat ihren Besitz stets mit Metallzäunen eingefriedet. Der geplante Hotelpark ist überhaupt nicht eingezäunt, nur das Grundstück um das Alexandrinencottage - das sehr wohl zur ECH gehört - ist mit einem Reisigwall umgeben.
Das was an Zäunen im Kleinen Wohld vorhanden ist und sich außerhalb des Hotelgeländes befindet, wurde vom Forstamt eingezäunt.
"Wird der Kleine Wohld in einen Privatpark umgewandelt, ist es endgültig vorbei mit dem Recht der Öffentlichkeit zum Betreten."
Keine Ahnung, wie die Ostsee-Zeitung "Öffentlichkeit" definiert aber jeder Bürger kann jederzeit das Hotelgelände betreten.
"„Die Umwandlung des Küstenwaldes ist nach Wort und Buchstaben des Waldgesetzes von MV rechtswidrig, denn sie liegt nicht im Interesse der Allgemeinheit.“ Und die geplante Ausgleichspflanzung bei Brodhagen könne niemals den Wert des Verlustes ausgleichen.
Mattke sagt es noch deutlicher: „Eine Ausgleichpflanzung im sandigen Brodhagen ist forstwirtschaftlicher Blödsinn.“ Mit der Waldumwandlung werde einer der besten Buchenstandorte Deutschlands vernichtet und zu einem Privatpark für Herrn Jagdfeld und ein paar Hotelgäste gemacht. „Das liegt nicht im ,überwiegend öffentlichen Interesse‘, wie es das Gesetz verlangt“, betont Mattke, „und ist auch nicht mit Arbeitsplätzen im Hotel zu rechtfertigen.“"
Herr Mattke lehnt sich weit aus dem Fenster, indem er vorgibt, allein das Interesse der Allgemeinheit zu kennen. Empirisch wurde nie das Interesse der Allgemeinheit erforscht. Jegliche Definition vom Allgemeinwohl kann also nur das Ergebnis der Überlegungen einer Minderheit sein. Oder Willkür.
Seine Argumentation zur Ausgleichpflanzung ist nachvollziehbar aber Herr Mattke hat falsche Informationen:
Kein Baum wird für den Hotelpark gefällt. Die Ausgleichspflanzungen sind nur notwendig, weil ein Stück Wald privatisiert wird und die ECH kein Stück Wald als Ausgleich stellen kann. Sie stellt also ein Stück Land und macht daraus einen Wald, um einen echten Ausgleich stellen zu können. Seine Buchen wird Herr Mattke auch weiterhin bewundern können. Auch als Nicht-Hotelgast. Niemand verlangt einen Stempel oder eine Eintrittskarte innerhalb des Grand Hotels und hinein kommt man inzwischen auch ohne Zimmerkarte.
"Aus Sicht des Dienstherren — das Ministerium für Landwirtschaft mit Till Backhaus an der Spitze — ist offenbar wirklich alles in Ordnung. „Alles ist Rechtens“, behauptet Ministeriumssprechin Marion Zinke auf Anfrage der OZ. „Die geplante Umwandlung entspricht dem Interesse der Stadt und ist durch B-Pläne legitimiert.“ „Alles rechtens“ sei es auch, dass der Kurwald östlich der Hotel-Anlage und südlich der Prof.-Vogel-Straße angelegt wurde, obwohl die dafür nötige Kurwaldverordnung (kurz: „KurErWaldVOHeil M-V“) gar nicht in Kraft war — und bis heute nicht ist.
Klar ist, dass das Ministerium seine eigene Genehmigungspraxis nicht in Frage stellen wird. Der rechtliche Aspekt ist jedoch höchst fraglich. Auch zeigt sich, dass die Verordnung bisher in aller Stille von der Backhaus-Behörde erarbeitet wurde, aber in einer „Anhörung“ (Protokoll liegt OZ vor) eng mit der ECH abgestimmt wurde."
Wahrscheinlich ist des Geistes Kind noch vor der Mauer-Zeit zu suchen: "Dienstherr".
Wichtig ist, dass wirklich alles in Ordnung ist. Wenn es nicht so wäre. könnte man sich dessen gewiss sein, dass die Hardliner unter den Gegnern das schon ausgenutzt hätten. Nur weil eben alles in Ordnung ist, wird mit einer eher schlecht als recht geschriebenen und in der Art völlig ungeeigneten Sitzungsvorlage ein letztes Aufbäumen gegen den Hotelpark vollzogen. Ein Gelingen ist - unterstelle ich - gar nicht vorgesehen, denn die Folgen für die Stadt wären fatal. Es soll nur darüber diskutiert werden und am Ende soll der Investor böse sein und die Bürger sollen den schalen Nachgeschmack haben, dass er ihnen etwas weggenommen hat und dass es welche gab, die sich dagegen gewehrt haben. 2014 werden eben diese wieder daran erinnern. Es geht nicht um Fakten oder um die Wahrheit in Heiligendamm.
Ich habe einen Traum: Ich träume davon, dass die Ostsee-Zeitung wieder so wird, wie sie vor 2007 war: Loyal zur Region, seriös in der Berichterstattung, objektiv und fair.
Ich kann nur hoffen, dass die Stadtvertreter nicht so dumm sind und der Stadt Millionenklagen aufhalsen. Man mag vom Hotelpark halten, was man wolle und kann auch dagegen sein aber Schadenersatzklagen sollten nicht in unserem Interesse liegen - also Allgemeinwohl sein.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Dostal
PS: Ich mag Herrn Mattke nicht einschätzen, da ich ihn nicht kenne und das was andere mir über ihn erzählt haben nicht unbedingt positiv ist. Vielleicht hat die OZ ihm einiges auch in den Mund gelegt. Jedoch hätte man hier die Möglichkeit einer Gegendarstellung und solange es diese nicht gibt müssen wir davon ausgehen, dass Herr Mattke diese Aussagen tatsächlich getätigt hat.
21.09.2009 - 10:57:12
|
Erika Wenzel  |
Hotelpark,Allgemeinwohl und Anmahßung
[B]Also,das kann man ganz anders sehen.Ich finde die Meinung von Herrn Mattke ausgezeichnet,die das widerspieglet,was viele denken .[/B] Das das einigen,die so gerne Dienern vor der "besseren"Gesellschaft nicht paßt,konnte man erahnen.
Der Park sollte für alle offen sein,die schönen alten Buchen,die haben wir bis zum März 2003 besichtigen können.
Sof oft ich konnte,bin ich durch diese Ecke gewandert.
Warum sollte das nur eine kleine Schicht genießen können?
Es ist PLatz für alle da,ganz besonders ungünstig hat es die Patiernen der KLinik getroffen.
Sie müssen Umwege nehmen,um an den Strand zu gelangen.
Die Treppe bei der Seebrücke war auch eine Zumutung,immer lag da Flugsand drauf,warum hat man da nicht mal einige Angestellte losgeschickt,um das zu ändern?
Ich finde gut,das Herr Mattke,bekannt durch seine sehr guten Bücher ,das das mal wieder richtig stellt und er hat Format,ist keiner ,der anderen in den Hintern kriecht!Die wenigen,die zu den Ja-ja sagern gehören--ob die sich so wohl dabei fühlen?
Die Ostsee-Zeitung,hat sich gemausert zum Guten,sie nimmt das auf,was andere zu feige sind ,zuzugeben.
Und warum kann man nicht mal die Meinungen von Menschen respektieren,die hier schon lange leben?
Die dafür sind,das das Wertvolle erhalten bleibt und nicht verschleudert an einzelne wird?
Was daraus wurde,hört und sieht man jeden Tag.
Ich hoffe nur,die Stadtvertretung knickt nicht um und giebt nach!!
Jedenfalls diese Meinung von IHnen,Herr Dostal,ist unter aller Kanone,tut mir leid,aber so sehe ich das!Man sollte doch auf dem Teppich bleiben,oder ist das so schwer ?
21.09.2009 - 16:47:38
|
Martin Dostal  |
Kann man - sehr gern und besser als gar nicht.
Sehr geehrte Frau Wenzel,
Ich respektiere Ihre Meinung, denn ich sammle ja Meinungen genauso, wie Informationen. Manchmal muss ich Meinungen provozieren, damit sie kommen. Wenn mir das dann gelungen ist, freue ich mich.
Dass die Meinung Herrn Mattkes das widerspiegelt, was viele denken, ist mir sonnenklar und beruht in erster Linie darauf, dass der Öffentlichkeit wichtige Fakten vorenthalten oder vordefiniert werden. Jeder darf seine Meinung haben aber wenn seine Meinung auf Irrtümern beruht, muss er darauf auch hingewiesen werden dürfen. Jedem ist es überlassen, seine vorgefasste Meinung dennoch beizubehalten. Wie schon gesagt: Es geht in Heiligendamm nicht um die Wahrheit, sondern um Dinge, die teilweise einfach indiskutabel sind.
Was hindert Sie daran, liebe Frau Wenzel, den Klingelknopf am Grand Hotel zu betätigen, Einlass zu bekommen und dann in den Kleinen Wohld zu gehen und sich die Buchen anzusehen?
Die Buchen bleiben stehen - die ECH hat nicht vor, daran Hand anzulegen, denn sie möchte schließlich einen Wald für das Hotel haben - baumloses Gelände hat sie mehr als genug. Herr Mohr hat sich den Mund fusselig geredet um das zu erklären. Es interessiert keinen - Tatsachen zählen nicht in Heiligendamm.
Der Hotelpark wird so wie der offizielle Teil jetzt auch schon für jeden offen sein, wie es auch das Hotel ist. Ganz offen ohne Zäune, wie Sie es sich wünschen und wie auch ich es schön finden würde, ist es nun einmal nicht möglich. Dann ist es kein Hotelpark mehr. Sie werden auchin der Gartenstraße jedes Grundstück und jede Parzelle fein säuberlich eingezäunt vorfinden. Nicht ohne Grund. Auch das Forstamt kann Wälder einzäunen. Ein Verzicht auf die Umwidmung ist kein Garant dafür, dass das betroffene Waldstück danach öffentlich zugänglich ist. Wenn das Forstamt befinden sollte, dass dieser Wald Ruhe braucht oder das StAUN die Kliffküste gefährdet sieht, kann auch ein öffentlich zugänglicher Wald eingezäunt werden - und zwar richtig und nicht nur mit Holzleitsystem.
Als Ausgleich für den Hotelpark, der der ECH schon 1998, spätestens aber an dieser Stelle 2002 vertraglich zugesichert wurde, musste die ECH auf eigene Kosten den Großen Wohld zwischen Perlenkette und Kühlungsborner Straße herrichten, ausgestalten und der Stadt kostenfrei zur Nutzung übergeben. Jede Beschädigung, die dort heute stattfindet, kostet der Stadt Geld - nicht der ECH. Die ECH hat ihre Aufgabe erfüllt, denn das war die erste Bedingung: Die ECH bekommt einen Hotelpark, wenn sie dafür einen - übrigens viel größeren - Kurwald auf eigene Kosten errrichtet und der Stadt übergibt. Die zweite Bedingung war die Aufforstung einer Fläche, die sechsmal so groß ist, wie der Hotelpark es sein soll. Diese stellt die ECH - wieder auf eigene Kosten - im Brodhäger Forst zur Verfügung. Über Sinn und Unsinn dieses Standortes lässt sich streiten und Herrn Mattke wird sich da besser als ich auskennen. Fakt ist, dass die ECH damit ihren Teil des Vertrages erfüllt hat: Kurwald und Ausgleichsfläche.
Logischerweise ist jetzt der Teil dran, den die ECH zu kriegen hat: Der Hotelpark.
Liebe Frau Wenzel, es geht nicht mehr darum, ob Sie und ich in dieses Stück des Kleinen Wohld (Es ist nur ein Stück, nicht der ganze Wald und auch nicht die ganze Küstenkante - der Park endet weit vor dem geplanten Strandabgang "Liegnitzsteg" in Zukunft ohne oder mit Zaun betreten werden.
Es geht nicht darum, ob der Hotelpark in unserem Interesse ist oder nicht: Das, worum es hier geht, ist das nächste Haushaltsloch der Stadt Bad Doberan. Die ECH hat ihren Teil des Vertrages erfüllt und dafür Kosten in Millionenhöhe getragen und dafür hat sie den Hotelpark zu bekommen und da es so vereinbart ist, genau an dieser Stelle. Punkt.
Übrigens war erst angedacht, den jetzigen Kurwald als Hotelpark zu machen und dafür den Kleinen Wohld westlich des Alexandrinencottages (Haus Weimar) öffentlich zu lassen. Da man da aber Ärger befürchtete, hat man das getauscht - der Hotelpark an der Stelle des jetzigen Kurwaldes wäre für das Hotel tausend Mal besser gewesen.
Man hat Ärger vermeiden wollen und es nicht getan und jetzt hat man trotzdem Ärger. Das ist gelinde gesagt nicht nett, wie wir mit Investoren umgehen. Als Bad Doberaner fühle ich mich ebenso verantwortlich für das, was für die Investitionen getan wird, wie auch für das, was - hier höchst offenkundig - gegen sie getan wird. Egal übrigens, wie der Investor heißt. Es betrifft nicht nur die ECH: Die Dr.-Marx-Gruppe hat genau dasselbe durch gemacht.
Die Planungen sind weit fortgeschritten und allein das sollte uns zu denken geben. Die erklärten Gegner - ohne jemanden zu nahe treten zu wollen - der ECH würden keine Gelegenheit auslassen und jeden Fehler gegen die ECH ausnutzen. Hier gibt es einfach nichts auszunutzen und darum hat auch bis jetzt keiner der Gegner etwas ausgerichtet. Die Sitzungsvorlage zur Verhinderung der Umwidmung ist der letzte Versuch, etwas zu verhindern, von dem alle Beteiligten sich darüber im Klaren sind, dass es rechtens ist - auch wenn es für den Laien nicht so aussehen mag und die Ostsee-Zeitung diese Unsicherheit bewusst oder nicht noch schürt.
Würden die Stadtvertreter der Sitzungsvorlage - die eigentlich viel zu laienhaft ist, um ernsthaft beschlossen werden zu können - zustimmen und den Hotelpark verhindern, kann - muss - die ECH die Stadt verklagen. Und das sind keine Peanuts: Die Stadt müsste alles das bezahlen, was die ECH bezahlt hat und müsste zusätzlich noch Flächen kaufen oder pachten. Die Kosten wären so enorm, dass die Stadt sich davon so schnell nicht wieder erholen würde.
Es geht mir nicht darum, ob die ECH ihre paar Morgen Hotelpark bekommt und da einen Zaun herumziehen darf oder ob sie das nicht bekommt bzw darf - mir geht es darum, dass die Stadt ihren Teil des Vertrages erfüllen muss und es Ehrensache sein muss, einen Vertrag zu erfüllen.
Wo kommen wir hin, wenn jeder seine Verträge brechen kann, wie es ihm gerade passt? Ich zahle einen Sachkredit für ein paar Möbelstücke ab - was meinen Sie was passiert, wenn ich beschließe, die Zahlung einzustellen? Oder wenn ich meinem Vermieter sagen würde, dass ich beschlossen habe, dass es für mein Wohl besser ist, keine Miete mehr zu überweisen? Erstens würde ich nirgendwo mehr einen Kredit bekommen, würde verklagt werden und einen SCHUFA-Eintrag kriegen und zweitens würde mich der Vermieter kündigen und ich würde so schnell keine Mietwohnung mehr bekommen.
Bricht Bad Doberan den Vertrag, passiert dasselbe: Klage, Schadenersatz, danach noch ein paar Klagen von oben nach unten (auch das Land oder der Landkreis dürfen gegen die Stadt vorgehen) und schließlich würde es keine Fördermittel mehr geben, der Stadt könnte schlimmstenfalls sogar die Zwangsverwaltung aus Schwerin drohen und selbstverständlich wären Bad Doberan und Heiligendamm, sowie Vorder Bollhagen, Althof und Walkenhagen Nogo-Area für jeden Investoren. Fazit: Finger weg von Bad Doberan - Stillstand, schleichender Niedergang - Ende der Geschichte.
Wollen wir das? Wollen SIE das, Frau Wenzel?
Weg vom Thema und hin zu Ihrem Thema:
Die Ostsee-Zeitung ist eine 100%ige Tochter der Lübecker Nachrichten, welche selbst bisher zum Axel-Springer-Verlag (wozu auch die BILD-Zeitung gehört) gehörte. Nun hat die Madsack-Gruppe seit 2009 die Anteile an den Lübecker Nachrichten und damit auch an der LN-Tochter Ostsee-Zeitung. In Wikipedia findet sich Kritik an der Madsack-Gruppe, weil der Verlag über eine Vielzahl von Zeitungen und anderen Medien die öffentliche Meinung einseitig beeinflusst. Wer die Ostsee-Zeitung unkritisch liest und alles für bare Münze nimmt, ist bereits Opfer dieser Beeinflussung geworden. Natürlich klingt die grundlegend andere Berichterstattung eines Stadtanzeigers fremdartig, wenn man bisher die Ostsee-Zeitung gelesen hat.
Wer es noch nicht mitbekommen hat: Zeitungen leben nicht von dem, was sie schreiben, sondern von denen, die sie kaufen. Darum müssen die Zeitungen stets das schreiben, was der Leser lesen will. Die Aufmachung muss interessant und die Überschriften müssen reißerisch sein. Alle meckern über die BILD, die genau dies in bester Manier tut aber wenn andere es tun, kriegt es keiner mit.
Ich habe mich schon gefragt, wenn der Herr Mattke jeden Tag in Försterkleidung umher läuft, warum ich ihm noch nicht begegnet bin. Oder sind die Fotos etwa nur ein wenig reißerisch gemacht, so wie der endlos hohe schwarze (!) Zaun vor ein paar Monaten? Es gibt - wie ich gerade erfahren habe - einen Blog ähnlich BILDblog, der die Ostsee-Zeitung beobachtet und Unwahrheiten, Meinungsbildung und schlechte Recherchen aufdeckt. Es haben also auch schon andere bemerkt, dass die Ostsee-Zeitung genauso funktioniert, wie jede andere Zeitung inklusive der BILD auch.
Ich finde es weniger schlimm, dass die Zeitung einseitig berichten, schlecht recherchieren und die Wahrheit immer mal wieder ignorieren. Die wollen auch nur unser Geld verdienen. Das ist an sich nicht schlimm. Schlimm finde ich, dass es Menschen gibt, die darauf herein fallen und dann auch noch öffentlich diese Medien als Stein der Weisen verehren. Das macht mich traurig.
Ich fühle mich - um auch diese Frage zu beantworten - pudelwohl dabei, die Medien zu analysieren, mir Aussagen zum selben Thema von der ECH, von Stadtvertretern und aus anderen Quellen zu holen, diese zusammen zu tragen, zu analysieren und dann zu veröffentlichen.
Hin und wieder sage ich dann auch meine persönliche Meinung dazu - so wie der vorherige Beitrag von mir - werde dann aber grundsätzlich von Leuten beschimpft, die es nicht gern sehen, wenn jemand anderer Meinung ist, als sie selbst. Gewöhnlich behaupten diese Leute dann nach meiner Argumentation dasselbe von mir.
Ich habe mich daran gewöhnt - in Heiligendamm geht es nicht um Fakten, die Wahreit ist egal, Tatsachen sind zjm Verdrehen da und es zählt nur schwarz oder weiß. Ich dokumentiere das, denke mir meinen Teil dazu, lasse die Welt von dieser Provinzposse wissen und bin mir sicher, dass wir in 10 Jahren nicht mehr darüber reden müssen.
Es ist mir doch egal, was die Leute denken. Wichtig ist nur, dass sie es nicht im stillen Kämmerlein vor sich hin denken, sondern den Hintern bewegen und es zum Fenster raus schreien. Oder hier hinein schreiben. Ich gehe darauf ein, gebe ein paar Fakten an die Hand, weise auf mögliche Irrtümer hin und wünsche mir nichts mehr, als das die Bad Doberaner und Heiligendammer konstruktiv ihre Meinung äußern und jede ihrer Aussagen auch belegen können und einsichtig sind, wenn sie auf Grund fehlender Informationen (geht mir doch ganz genauso) eine unzutreffende Aussage gemacht haben.
Man kann seine Meinung auch wieder ändern - wer A sagt, muss nicht auch B sagen - er kann erkennen, dass A falsch war. Niemand verliert den Kopf, wenn er heute merkt, dass er gestern Müll geredet hat, weil er falsche Informationen hatte. Ich hatte gestern - es ist gar nicht so lange her - ein halbes Jahr - falsche Informationen - unter anderem aus der Ostsee-Zeitung - und ich habe mir mit den neuen Informationen, die ich von Stadtvertretern, vom Grand Hotel, aus anderen Zeitungen und Online-Blättern, von der ECH, von Bürgerinitiativen und aus dem weiten weiten Internet bekommen habe eine neue und andere Meinung gebildet. Das ist verifizierbar - jeder OZ-Artikelausschneider wird von mir grundlegend andere Leserbriefe finden, als heute. Ich bin der Wahrheit verpflichtet, wie ich sie jeden Tag neu erkenne, nicht der Beständigkeit.
Und es geht hier nicht um meine Meinung - ich bewege meinen Hintern schon und finde das dann doch effektiver, als zuhause auf dem Teppich zu bleiben - es geht um die derer, die sich nicht positionieren, die ihre Meinung nicht sagen, die sich nicht hinter oder vor die Investition stellen, die keine Leserbriefe schreiben, keine Kommentare verfassen, nicht im Bekanntenkreis darüber reden. Diese Mitmenschen will ich erreichen, denn ihre Meinung ist wichtig - egal, ob sie dem Investor nützt oder nicht.
Darum vielen Dank, liebe Frau Wenzel, für Ihren Kommentar.
Vielleicht aber ein Tipp für die nach uns schreibenden:
Ich habe es unbeabsichtigt provoziert, indem ich über Herrn Mattke geschrieben habe, Personen zu bewerten. Es bringt aber Heiligendamm nicht weiter, wenn wir uns sagen, was wir voneinander halten. Es nützt Heiligendamm nichts zu wissen, dass Frau Wenzel meine Aussagen unter aller Kanone findet und es nützt Heiligendamm ebenso wenig, dass wir alle wissen, dass ich diese Formulierung schön, da nicht verletztend finde.
Also: Lassen wir es, uns gegenseitig zu bewerten und bewerten wir lieber die Situatiuon. Letzlich kann es uns Bürgern egal sein, wer sich hier wegen welcher arbeitsrechtlichen oder politischen Aspekte wie äußert. Vielleicht ist es gut zu wissen, warum einige Stadtvertreter so und andere so entscheiden oder warum Mitarbeiter des Hotels oder Investors so und nicht so denken aber wichtig ist, was wir darüber denken, denn wir sind die, die die Stadtvertreter wählen und die die Botschaft unserer Stadt in die Welt hinaus tragen. Im Moment ist die Botschaft so... ich weiß nicht...
Schweigen ist keine Meinung und nur gesagtes Gedachtes kann zu einem Dialog beitragen. Wer nicht reden will, der kann es nicht im nächsten Moment doch tun. Entweder redet man oder man schweigt. Das eine schließt das andere aus. Wer aber den Mund auf macht, muss sich darüber im Klaren sein, dass seine Worte gehört und verstanden, gefühlt und empfunden werden, dass man auf sie eingehen und reagieren wird, dass man mit dem Sprechenden reden will.
Monologe bringen uns nicht weiter und ich hasse es, immer am Ende jeder Kommentarkette zu stehen. Haben die Leute mich nun verstanden oder nicht? Haben sie noch Fragen oder Anmerkungen? Stimmen sie zu? Sind sie anderer Meinung? Wenn ja - welcher? Oder habe ich sie (unbeabsichtigt) rhetoriisch niedergemetzelt (Kommt hin und wieder vor.)?
Jetzt haben wir Meinungsfreiheit und jeder kann seine Meinung sagen und heraus kommt dabei auch nur eine schale Suppe vorgefasster Meinungen, die von den Medien vorgesetzt und immer wieder ordentlich nachgewürzt wird.
Hat noch jemand hier eine eigene Meinung? Dann aber nichts wie her damit!
Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für alle Beteiligten und Unbeteiligten.
Martin Dostal
21.09.2009 - 18:28:00
|
|
Frank-Andreas Jütte |
Faktenlose Besch(l)ussvorlage 102/09
[B]in den Ausschüssen?[/B]
Leider hatte ich am Montag keine Zeit zur Sitzung zu kommen, die erwähnte Besch(l)ussvorlage 102/09 wurde in die Ausschüsse verwiesen? Was gibt's denn darüber (worüber eigentlich?) zu fachsimpeln? Oder fehlte den Stadtvertretern der Mut zu einer Entscheidung zu kommen?
@Martin Dostal: Ja, glauben Sie - viele haben eine eigene Meinung. Und die haben sie auch bereits mitgeteilt. Nur werden manche langsam müde, die eigene Meinung immer wieder zu wiederholen, nur weil der Bürgerbund für sich mal wieder Werbung mittels einer Vorlage für die Stadtvertretersitzung macht. Da kann man froh sein, dass Herr Gühler und Sie an der Sache dran bleiben und die Leute ab und zu wachrütteln.
22.09.2009 - 09:14:48
|
Martin Dostal  |
Akte 102/09
Sehr geehrter Herr Jütte,
mir ging es ganz genauso aber nach dem was ich nun gehört habe, haben wir nichts verpasst. Sie haben eine Frage gestellt, auf die ich gern etwas von zeit-am-meer.de einkopieren möchte, das vielleicht die Frage beantwortet oder aber neue aufwirft, vielleicht aber auch gar nicht zutrifft. Mein Angebot - als solches möchte ich es verstanden wissen:
---
Erste Berichterstattung am Tag danach:
ZITAT OSTSEE-ZEITUNG:
Ostsee-Zeitung | 22.09.2009 | Bad Doberaner Zeitung
Beschluss zum Kleinen Wohld vertagt
Bad Doberan. Nach sehr emotional geführter Debatte haben Bad Doberans Stadtvertreter gestern Abend einen Beschluss betreffs der Umwandlung des „Kleinen Wohldes“ in einen privaten Park vertagt. Das 4,1 Hektar große öffentliche Waldstück direkt an der Steilküste in Heiligendamm sollte im Zuge eines 2008 beschlossenen Bebauungsplanes zu einem Rückzugsraum nur für die Gäste des Grand Hotels werden. Der Bürgerbund hatte eine veränderte Sachlage und das Interesse der Allgemeinheit am öffentlichen Wald angeführt, und will die Waldumwandlung stoppen. Jetzt soll die Beschlussvorlage des Bürgerbundes zunächst in den Ausschüssen besprochen werden.
Info: OZ berichtet ausführlich in der morgigen Ausgabe.
ZITAT OSTSEE-ZEITUNG ENDE
Das war es dann auch in der Ostsee-Zeitung zum Thema. Die Leserbriefe des 22.09. handeln vom Moorbad, vom Münster, von der Kühlungsborner Seebrücke, von Verkehrsproblemen, vom literarischen Rundgang mit Ehm Welk, vom Bebauungsplan am Rieden und von der Meerwasserschwimmhalle in Kühlungsborn. Kein Wort zu Heiligendamm. Dabei wären schon ein paar unveröffentlichte Leserzuschriften im OZ-Leserbriefforum zu finden, die sich mit Heiligendamm beschäftigen.
Ja und zum Thema selbst?
Ich habe prognostiziert, dass die Sitzungsvorlage gar nicht so sehr dazu da ist, sie tatsächlich auf die Tagesordnung zu setzen, sondern noch einmal heftig zeitraubend darüber zu diskutieren und sich daran zu profilieren. Dass eine Sitzungsvorlage dann noch einmal durch die Ausschüsse muss, ist nicht ungewöhnlich, spricht aber dafür, dass man sie gar nicht beschließen mag, sondern noch einmal heftig zeitraubend darüber diskutieren und sich profilieren will. Diesmal ohne die Bürger und in kleiner Runde.
Es gibt Dinge zu sagen, die der Bürger nicht wissen soll.
Nur mal angenommen, die Sitzungsvorlage sollte nie auf die Tagesordnung, sondern nur dazu dienen, eine neue Diskussion auszulösen, nachdem die IHG-Diskussion schnell verstummt ist - da liegt es auf der Hand, die Sitzungsvorlage nichtöffentlich schnell wieder verschwinden zu lassen.
Hätte man gestern Abend die Sitzungsvorlage einfach abgelehnt, wäre der Bürgerbund als Einreicher der Verlierer gewesen und möglicherweise befürchteten einige Stadtvertreter, dass der Bürgerbund daraus wie schon oft den anderen Stadtvertretern quasi einen Strick dreht, indem er ihnen vorwirft, sich nicht für die Belange der Öffentlichkeit zu interessieren.
Schließlich gab es da die Aussage eines OZ-Redakteurs und eine von Herrn Mattke gegen den Hotelpark und diese beiden Meinungen repräsentieren ja die Meinung von zehntausend Bürgern. Wer also Herrn Mattkes Meinung und die der Ostsee-Zeitung einfach ignoriert, tritt die Bürger nach der Logik vieler Argumente - nicht nur von Lesern der Ostsee-Zeitung mit Füßen.
Natürlich weiß jede Fraktion und weiß jeder Stadtvertreter, dass das Unsinn ist aber die Macht der Meinungsbeeinflussung ist groß genug, um auch jene Stadtvertreter, die die Sitzungsvorlage einfach angelehnt hätten, dazu zu bewegen, sie durch die Ausschüsse zu schicken. So bewahren alle Stadtvertreter ihr Gesicht und machen sich unangreifbar.
Die Ausschüsse kommen einem Schredder gleich:
Wird in den Ausschüssen beschlossen, das Thema einfach abzuhaken und nicht mehr gegen den Hotelpark zu wettern, geschieht das so ziemlich nichtöffentlich und keiner hört mehr davon, der Hotelpark kommt und wenn jemand fragt warum, dann heißt es, dass man gemeinsam - ohne Namen zu nennen (da ja nichtöffentlich) - zu dem Entschluss gekommen ist, so zu verfahren.
Die Alternative wäre gewesen, gestern abzustimmen,
die Sitzungsvorlage nicht auf die Tagesordnung zu bringen
oder aber die Sitzungsvorlage auf die Tagesordnung zu bringen und abzulehnen.
Das Ergebnis wäre bei beiden Varianten gleich: Die Ablehnenden sich dann von Zeitungen, Bürgern und Fraktionen beschuldigen zu lassen, das "Interesse der Allgemeinheit" zu ignorieren und mit anzusehen, wie sich einige Fraktionen und Stadtvertreter öffentlich auf Kosten der anderen und auf Kosten Heiligendamms, des Hotels, der Anleger und der ECH - also letztlich auf Kosten der Stadt und seiner Bürger - profilieren.
Oder man hätte die Sitzungsvorlage auf die Tagesordnung gebracht und ihr zugestimmt, hätte den Hotelpark verhindert, die Ostsee-Zeitung hätte gejubelt, die Gegner des Vorhabens ebenso, der Bürgerbund selbstverständlich ganz besonders, einige andere Stadtvertreter auch. Im nächsten Moment aber würde die Schadenersatzklage kommen und alle anderen Konsequenzen würden eintreten und plötzlich will keiner Schuld daran gewesen sein.
Darum prognostiziere ich, dass der Gang durch die Ausschüsse die Sitzungsvorlage vernichten und das Thema abhaken wird, sodass der Hotelpark kommt und nur wieder Zeit und Energie verschwendet wurde.
---
Ich möchte damit niemanden etwas unterstellen, sondern aufzeigen, welche Möglichkeiten es außer denen, die uns vorgesetzt werden, es noch gibt. Ich habe auch nicht gedacht, dass so weit unten in der Struktur der politischen Pyramide noch Machtkämpfe ausgetragen werden aber offenbar ist es so.
------------
Ohne provizieren zu wollen und ohne eine Antwort zu erwarten - nur zum Nachdenken - Frau Wenzel wiederholt ein Argument, das ich schon oft von mehreren gehört habe:
"Und warum kann man nicht mal die Meinungen von Menschen respektieren,die hier schon lange leben?
Die dafür sind,das das Wertvolle erhalten bleibt und nicht verschleudert an einzelne wird?"
Der erste Satz steht für mich außer Frage. Ich lebe mein ganzes Leben lang schon hier und würde es auch nicht gut finden, wenn Hinzugezogene mich nicht respektieren würden. Wir reden hier ja als Bad Doberaner über Heiligendamm, was natürlich nicht dasselbe sein kann, als würden Heiligendammer über Heiligendamm reden. Wir gehen oder fahren da eben mal hin aber wir stehen da nicht morgens auf und gehen abends dort zu Bett. Das vergesse ich bei meinen Argumentationen nicht.
Darum wäre ich froh, wenn man mir erklärt, warum für die Bewohner der Gartenstraße der Weg zum Strand unzumutbar geworden ist. Wenn die Leute aus der Kühlungsborner Straße schimpfen, kann ich das noch verstehen - statt am Kurhaus vorbei, müssen sie nun zur Seedeichstraße laufen. Nicht verstehen könnte ich es, wenn sie dann sowieso in Höhe Bistro baden und über den Umweg schimpfen. Bei der Gartenstraße muss ich immer die Stirn runzeln, wenn ich lese, dass den Leuten der Weg zum Strand zu weit ist. Es ging doch sowieso immer nur über die Kühlungsborner Straße oder die Seedeichstraße zum Strand. Ich meine: Wenn man aus der Gartenstraße kommt und schon vor der Seedeichstraße steht, dann läuft man doch nicht noch hunderte von Metern nach links. Das sind so Dinge, die ich nicht verstehe und die mir auch noch kein Heiligendammer erklären konnte. Vielleicht kommt das ja noch.
Der zweite Satz spricht mich mehr an:
Ich bin auch dafür, dass Heiligendamm erhalten werden muss. Das ist bei sechs Gebäuden gelungen. Von innen ist zwar nichts mehr, wie es 1930 war aber die Ursachen dafür sind eher im Jahre 1945 zu suchen, als im Jahr 2000. Die gern zitierte Ostsee-Zeitung wusste im Jahr 2000 noch, warum so viel alte Substanz weichen musste und zitierte auch die Denkmalschützer und deren Verständnis dafür und sie zitierte zufriedene Leute, die heute in der Bürgerinitiative oder dem Bürgerbund zu finden sind.
Die anderen Gebäude sind unsaniert. Die ECH hat gesagt, was zu tun ist, damit sie saniert werden können: Tunnelparkplatz genehmigen, Dauerwohnrecht erteilen. Also quasi den zweimal nicht gefassten Beschluss jetzt fassen. Ob dann ein Jahr später alle Perlen im neuen Glanz erstrahlen oder nacheinander, dafür gibt es keine Garantie. Garantiert ist nur, dass die Perlen weiter verfallen, wenn Tunnelparkplatz und Dauerwohnrecht nicht genehmigt werden. Und darauf kann ich gut verzichten. Ich kann den Beschluss nicht fassen, Sie können es nicht aber die Stadtvertreter können es. Und da schon 21 andere Instututionen "Ja" gesagt haben, können es NUR die Stadtvertreter.
Andere Sache, gleiches Thema:
Heiligendamm ist für mich ein schützenswerter kleiner Ort in großer Flur. Umgeben von Wald, Wiesen und Feldern, beschränkt auf nur die notwendigen Bauten. Alles was vor 1930 errichtet wurde, ist für mich historisch und schützenswert. Wie dem Leser aber nicht entgangen sein wird, wurden viele Gebäude erst nach 1945 errichtet: Die Gartenstraße, die Kortüm-Straße, diverse Zweckbauten...
Das alles war dem Zweck geschuldet: Wohnungen für Mitarbeiter, neue Aufbettungen, bessere Versorgung. Darum ist es für mich wie Hohn, wenn aus der Gartenstraße oder der Kortüm-Straße jemand schreit, dass er gegen die Villenbebauung oder die Appartments an der Kühlungsborner Straße ist. Wer das tut muss sich darüber klar sein, dass sein Heim auch nicht da sein dürfte. Nicht, dass ihm diese Meinung nicht zugestanden sei - er soll sich nur der Komik bewusst sein.
Ich habe nichts gegen klassizistische Neubauten hinter der Perlenkette und an der Kühlungsborner Straße. Das war nur eine Frage der Zeit, bis Heiligendamm wieder wachsen wird. Es ist mehrmals gewachsen, bzw wurde verdichtet und es sollte vor dem 2. Weltkrieg noch einmal gewaltig wachsen. Auch zu DDR-Zeiten gab es Pläne für eine Kaufhalle, eine Schwimmhalle und ein Kurmittelhaus - mitten im Ensemble. Da können wir von Glück reden, dass die ECH keine Klötzer plant, sondern ansprechende Bauten. Die sie benötigt. Aus Spaß gibt man nicht Millionen aus.
Ich bin aber z.B. nicht sehr angetan von einer Villenbebauung im großen Stil südlich von Heiligendamm. Jedoch ist das alles Teil eines Planes ohne Zeitfenster. Vielleicht erleben wir das gar nicht, sondern erst unsere Kinder. Ich kann nicht über das spekulieren, was in Zukunft gewünscht und erforderlich ist. Also ist das Villenviertel für mich kein Thema. Dass ich es hier zu einem gemacht habe liegt daran, dass das Villenviertel vom Bürgerbund in der Argumentation verwendet wurde.
Manche Leute verstehen nicht, was ein Masterplan ist. Masterplan ist nicht gleich Agenda. Masterplan ist auch nicht Bauplan oder Bauvoranfrage. Masterplan ist eine Ideenfindung. Entwickelt wird nach Bedarf und Marktlage.
Ich verstehe nicht, inwiefern der Einsatz für einen Verzicht auf den Hotelpark das Wertvolle erhält. Denn darum ging es ja hier: Hotelpark.
Die Bäume sind wertvoll und sie bleiben. Ohne den Bäumen zu nahe treten zu wollen (die können sehr gut auf sich selbst aufpassen): Was ist mit den Perlen? Sind die weniger wertvoll? Okay, es sind keine Lebewesen aber die vielen Architekten, denen teilweise öffentlich immer wieder das Herz blutet, schätzen diese Gebäude auch als wertvoll ein. In welchem Zusammenhang jedoch stehen die Argumente gegen die Pläne der ECH mit dem Erhalt der Perlenkette? Der Tunnelparkplatz soll es nicht sein, das Dauerwohnrecht auch nicht - rettet das die Perlenkette wirklich? Das Hotel darf keinen Hotelpark haben - rettet das die Perlenkette, rettet das die Villen "Sporn" und "Seeadler", die Villen der Gartenstraße und der Kühlungsborner Straße?
In welchem Zusammenhang stehen die Argumente der Gegner jeglicher Projekte der ECH tatsächlich? Wenn einer den Hotelpark ablehnt und dem Tunnelparkplatz zustimmt, ist es nicht schwer, seine Intention zu erkennen. Wenn aber einer den Tunnelparkplatz ablehnt, die Neubauten nicht will, gegen das Dauerwohnrecht ist, das Thalasso-Zentrum und den Ayurveda-Komplex ablehnt, den Hotelpark nicht will und dann noch schimpft, dass sich nichts tut - wo ist da die Intention? Was will dieser Mensch?
Wertvolles erhalten, indem er es in einen Dornröschenschlaf schickt? Das funktioniert vielleicht im kalten trockenen Ötztal aber nichtbei uns an der Ostseeküste.
So, warten wir auf die Ausschüsse und das, was bei den AusSchussSitzungen heraus kommt.
Bis dahin gern weitere Meinungen, Ansichten, Fakten...
Mit freundlichen Grüßen
Martin Dostal
22.09.2009 - 15:23:37
|