News-Archiv Dezember 2009
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Vorsicht beim Böllern: Was bei Verletzungen durch Silvesterknaller beachtet werden sollte
Tipps & Infos | 17.12.2009 - 10:45:19
Die Johanniter erwarten laut aktueller Meldung an die Medien zum Jahreswechsel erfahrungsgemäß viele Hilferufe von Personen, die sich beim unvorsichtigen Umgang mit Feuerwerkskörpern zum Teil schwer verletzt haben. Besonders häufig sind Verletzungen an Augen, Ohren und Händen. Augenverletzungen werden oft durch einen zu geringen Sicherheitsabstand verursacht.
Dr. Norbert Lins, Landesarzt der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. im Landesverband Nord, rät: „Wenn Fremdkörper ins Auge geraten, sollten diese nicht von Laien entfernt werden. Besser ist, schnell den Rettungsdienst zu alarmieren.
Das betroffene Auge sollte mit einer keimfreien Wundauflage bedeckt und dann sollten beide Augen vorsichtig mit einem Tuch verbunden werden. Nur durch das Verbinden beider Augen ist eine Ruhigstellung des verletzten Auges und damit eine Schmerzlinderung zu erreichen.“ Zur Vorsorge rät der Arzt, nicht nur den angegebenen Sicherheitsabstand beim Zünden von Silvesterböllern unbedingt einzuhalten, sondern auch eine Schutzbrille zu tragen.
Auch die Ohren sind beim Silvesterfeuerwerk gefährdet. Silvesterböller erreichen eine Lautstärke von 130 bis 175 Dezibel. Dr. Lins warnt: „Das ist lauter als ein Presslufthammer und kann ein Knalltrauma auslösen, das heißt, der hohe Schalldruck kann zu einer Schädigung des Innenohres führen. Die Folge ist Schwerhörigkeit in den ersten Stunden oder Tagen, schlimmstenfalls dauerhaft.“ Eine mögliche Folge eines solchen Knalltraumas ist ein Tinnitus, das dauerhafte Pfeifen oder Brummen im Ohr.
Oft vorkommende Verletzungen zu Silvester sind auch Verbrennungen, Brüche oder schwerste Wunden an Händen und Fingern, verursacht durch zu frühe Explosionen oder weil Feuerwerkskörper zu lange in der Hand gehalten werden.
Dr. Norbert Lins rät: „Verbrennungen sollten umgehend zehn bis 15 Minuten lang mit Wasser gekühlt werden, das aber nicht eiskalt sein darf. Treten zusätzlich blutende Wunden auf, kann nicht gekühlt werden. In diesem Fall geht die Wundversorgung vor. Bei größeren Brandverletzungen sollte sofort der Notruf unter 112 gerufen werden. Bis der Rettungsdienst eintrifft, sollte der Verletzte außerdem mit Jacken oder Decken vor Unterkühlung geschützt werden.“
Obwohl in der Regel die Erwachsenen böllern, gehören Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren zur Hauptrisikogruppe. Sie sollten nicht unbeaufsichtigt Feuerwerkskörper zünden dürfen und keinesfalls Blindgänger aufheben – auch hier besteht noch Explosionsgefahr.
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