News-Archiv Dezember 2009

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Stadtväter mehrheitlich für Weiterentwicklung Heiligendamms

Heiligendamm | 18.12.2009 - 16:07:18

Bad Doberan / w. v. Der Abend des ersten Tages nach dem 3. Advent muss den Verantwortlichen der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm vorgekommen sein wie der Weihnachtsabend. Doberans Stadtväter und -mütter bereiteten ihnen eine schöne Bescherung. Was sie sich wünschten, ging fast uneingeschränkt in Erfüllung. Nun können sie darangehen, ihre Vorstellungen über die  Entwicklung des ältesten deutschen Seebades wahr zu machen.
 
Die Stadtverordneten gaben grünes Licht, die mobile Wand durch eine doppelte Sturmflutschutzmauer zu ersetzen, die alte Strandpromenade in anderer Höhe neu anzulegen, eine Grube vor der Perlenkette auszuheben, um Platz für eine Riesengarage und jeder "weißen Villa" genügend Keller- und Wirtschaftsräume zu schaffen, können sie die eigentlich als Ferienhäuser für Hotelgäste vorgesehenen Bauten verkaufen. 
 
Die Abstimmungsergebnisse im Stadtparlament waren eindeutig: Ja zu den einzelnen Anträgen für die ECH-Vorstellungen bekundeten jeweils um die 15 (von 23 anwesenden) Abgeordneten. Nein stimmten 5 bis 7. Bei Abstimmungen über Anträge, vor allem des Bürgerbundes zeigten ein umgekehrtes Bild. In einem FDP-Vorschlag ging es um die Beseitigung bzw. Verhinderung eines Chaos auf der Seedeichstraße, durch einen Radweg im Kurwald, um die Sanierung der Seebrücke.   
 
Selbst FDP-Vertreter Klink, der sich bis vor wenigen Tagen vehement für kurze Wege von Bahnhof und Bushaltestelle einsetzte, stieg auf den langen Rundweg - sprich: Umweg - um, der entfernt vom umstrittenen Privatgelände verläuft.  
  
Der Umschwung setzte schon bei einer mehr als einstündigen Vordebatte ein, als die Tagesordnung auf den Kopf gestellt wurde. Was ganz hinten stand, rückte ganz nach vorn, egal ob für oder gegen die Entwicklung in Heiligendamm.
 
Vorlagen, die Vorgängen zur Behandlung von innerstädtischen Belangen dienen sollten, rückten ans Ende der  mit über 20 sachlichen Punkten im öffentlichen Teil weit überforderten Tagesordnung gerieten ins Hintertreffen. Dabei wurde das selbst gestellte Zeitlimit mit fast viereinhalb Stunden deutlich überzogen. 
 
Zu den nicht behandelten Problemen gehören zum Beispiel die Beratung über die Ausbauvarianten für die Goethestraße, deren Zustand vielen Einwohnern der Stadt zum Himmel stinkt, das Bauprogramm für die Seestraße, die nächtliche Schließung der Parkdecks, dessen obere Stockwerke tagsüber fast leer stehen, weil Nutzer die Kosten nicht bezahlen können oder wollen, die geplante Stiftung für das Klosterareal und die Einrichtung eines Spielplatzes für Kinder auf dem Kamp, den es vor vielen, vielen Jahren schon einmal gab. Die  Straßenreinigungssatzung die geändert werden soll, tauchte gar nicht auf der Tagesordnung auf - und das einen Tag nachdem der Winter in diesem Jahr zum ersten Mal seine Krallen zeigte.
 
Die Behandlung dieser und aller Themen des nicht öffentlichen Teils wurde verschoben - auf den ersten Tag der Weihnachswoche.


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