News-Archiv Juni 2010

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6. Juni – Bundesweiter Sehbehindertensonntag sorgt für Begegnung

Region Bad Doberan | 03.06.2010 - 11:12:40

Bad Doberan. In Deutschland leben ungefähr 50 Millionen evangelische und katholische Christen sowie laut Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO ca. eine Million sehbehinderte Menschen. Um auf deren Bedürfnisse aufmerksam zu machen, hat der DBSV im Jahr 1998 einen eigenen Gedenktag eingeführt: den Sehbehindertentag. Er findet jährlich am 6. Juni statt und 2010 erstmals als „Sehbehindertensonntag“ – eine gemeinsame Initiative der  Arbeitsstelle Pastoral für Menschen mit Behinderung der Deutschen Bischofskonferenz, dem Dachverband der evangelischen Blinden- und Sehbehindertenseelsorge und des Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV).
 
Was ist eigentlich eine Sehbehinderung? So fragen sich viele Menschen, wenn sie mit diesem Begriff konfrontiert werden. Sehbehindert ist in diesem Sinne, wer trotz optimaler Korrektur durch Brille oder Kontaktlinsen so schlecht sieht, dass er im Alltag, im Beruf, ja schon in der Schule oder Ausbildung erhebliche Schwierigkeiten hat. Zum Kreis der Sehbehinderten gehört, wer 30 % und weniger Sehvermögen besitzt. In unserem Kreis leben gegenwärtig etwa 1.200 Menschen, die sehbehindert sind. Jeder Mensch kann jederzeit von Sehbehinderung durch Unfall, Krankheit o. ä. betroffen werden. Besonders häufig treten Sehschwächen jedoch im fortgeschrittenen Alter auf.
 
Wie können Normalsehende sehbehinderten Menschen im Alltag, auf der Straße, in Einkaufsstellen bei ihren Problemen helfen? Hier einige Beispiele: Straßenschilder, Busbeschriftungen, Fahrpläne sollten groß und kontrastreich geschrieben werden. Auf Fragen nach Beschriftungen auf Gegenständen oder Verkehrsmitteln soll nicht mit: „Das sehen Sie doch!“ geantwortet werden. Die gewünschte Information ist sehr wichtig und nicht lesbar für den Fragenden. Im Straßenverkehr sind Sehbehinderte – besonders ältere Menschen – oft unsicher und daher dankbar für angebotene Hilfe beim Überqueren von Kreuzungen und Straßen. Wenn man z. B. erlebt, dass ein Gruß auf der Straße nicht erwidert wird, sollte man nicht beleidigt sein, sondern nachdenken, ob die betreffende Person evtl. sehbehindert ist. In diesem Fall empfiehlt es sich, auf die Person zuzugehen und sie mit Worten zu begrüßen.
 
Menschen mit Sehproblemen sowie deren Angehörige bieten der Blinden- und Sehbehindertenverein M-V e. V. sowie seine Organisationen in jedem Kreis Rat und Hilfe an. Im Kreis Bad Doberan ist es die Informations- und Beratungsstelle des Blinden- und Sehbehindertenvereins M-V e. V., Thünenstraße 29, in 18209 Bad Doberan, Tel.-Nr.: 038203 62029. Von größter Wichtigkeit ist zunächst das Gespräch von „Mensch zu Mensch“ mit Gleichbetroffenen. Deshalb ist der Kontakt zu einer Selbsthilfeorganisation wichtig für die Bewältigung der oftmals sehr schwierigen Lebenssituation. Durch die Vermittlung lebenspraktischer Fertigkeiten und das reichhaltige Angebot von Hilfsmitteln können wir das Leben mit der Sehbehinderung erheblich erleichtern. Nutzen Sie unverbindlich diese Möglichkeiten!


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