Unsere Bäderbahn Molli durchquert Bad Doberan regelmäßig. Sie ist neben dem Münster ein attraktiver Anziehungspunkt für Touristen und dient - wie anderswo eine Straßenbahn - auch als öffentliches Verkehrsmittel.
In der nach der Bahn genannten Mollistraße befindet sich die Haltestelle Mitte. Von hier aus kommt man auch zum Bad Doberaner Kamp.

Dem Schrei eines Schwans verdanke Bad Doberan seinen Namen, erzählt eine verbreitete Legende aus dem Jahre 1186. Wendenfürst Heinrich Borwin I., der gelobt hatte, das 1179 zerstörte erste Kloster Mecklenburgs in Althof wieder zu errichten, wo er auf der Jagd einen Hirsch erlegt hat - und dabei den Schrei des aufgescheuchten Schwans als "dobrr, dobrr" deutete, das slawische Wort für "gut" und damit als gutes Omen für den Bau an einem "guten Ort".
Das Doberaner Wappen widerspiegelt die Legende mit Hirsch und Schwan, getrennt durch einen Abtstab.

Tatsächlich ist der Name länger bekannt: Eine Urkunde vermeldet am 1. März 1171, daß Fürst Pribislaw das "claustrum Doberan" stiftete. 1177 wird die "Villa Slavica Doberan"erwähnt. 1879 verlieh Großherzog Friedrich Franz II. Doberan das Stadtrecht.
Der Titel "Bad" wurde 1921 verliehen.

Menschen sollen auf Doberaner Flur schon vor etwa 8000 Jahren gelebt haben. Als Beleg gilt ein Kernbeil, das Mitte dieses Jahrzehnts ausgegraben wurde.

Die Ortsgeschichte ist eng mit dem Kloster und dem Münster, einem Kleinod europäischen Ranges, verbunden. Es gilt als Juwel norddeutscher Backsteingotik. Fachleute meinen, in Europa gebe es kein zweites Beispiel einer Klosterkirche, die so weitgehend in seinem Zustand erhalten geblieben ist. Das Münster ist das erste von drei großen "M", die Doberan bekannt und beliebt machen.

Doberan, zur Reformation klein und unbedeutend, gewann im Schatten des Klosters an Einfluß, wurde zur Sommerresidenz mecklenburgischen Herzöge. Von hier aus erfolgte 1793 die Gründung des ersten deutschen Seebades Heiligendamm. Auf Empfehlung von Leibarzt Dr. Vogel stieg Herzog Friedrich Franz I. mit seinem Gefolge in die Ostsee. In Heiligendamm wurde gebadet, in Doberan "logiert". Der Weg, den die Kutschen damals nahmen, gilt als schönste Lindenallee Deutschlands.

Eine einstige Kuhweide, Kamp genannt, wurde 1795 gesellschaftliches Zentrum des herrschaftlichen Badeortes. Sie lädt noch heute zum Spaziergang ein. Ihre Zierde sind zwei "Tempel im chinesischen Geschmack" (Weißer Pavillon und Roter Pavillon). Ein Kaffee ist heute der eine, eine Galerie der andere.

An der Kamp-Ostseite das Prunk-Ensemble Doberans, die drei klassizistischen Gebäude des "weißen Doberan": Das großherzogliche Palais, das Salongebäude - erstes Rathaus, heute Sitz der Kreisverwaltung - sowie das Kur- und Logierhaus, bis Ende vorigen Jahrhunderts ergänzt durch das Theater, in dem berühmte Künstlerinnen und Künstler auftraten. An seiner Stelle steht seit 1889 das Friedrich-Franz-Gymnasium, ein Backsteinbau des "roten Doberan".

Auf halbem Wege zwischen Doberan und Heiligendamm lockt wieder die erste Pferderennbahn des europäischen Kontinents vom Jahre 1823 Freunde des Rennsports an. Ursprung der Rennen ist der 10. August 1807, als Bauern aus der Umgebung ihrem Landesherrn Friedrich Franz I. bei der Rückkehr aus dem napoleonischem Exil zur Begrüßung in einer Art Wettrennen entgegen ritten. Aus diesem Ereignis entwickelte sich eine Art Volksfest, in dessen Mittelpunkt Bauernrennen standen. Der Herzog schenkte die Rennbahn dem Rennverein, ebenfalls einer der ersten außerhalb Englands.

Zwischen Lindenallee und Rennbahn zuckelt das zweite der Doberaner "M", die Bäderbahn "Molli", seit 1886 zwischen Bad Doberan und Heiligendamm, seit 1910 bis Brunshaupten und Arendsee, dem heutigen Kühlungsborn. Die Kleinbahn ist die einzige in Deutschland, die über eine Bummelmeile dampft.

Drittes "M" ist das Moorbad - vom Volk "Stahlbad" - genannt, bis vor kurzem in einem klassizistischen Gebäude aus dem Jahre 1822 zuhause. Drei Jahre zuvor hatte ein Kaufmann mehrere eisenhaltige Quellen entdeckt, die sich für Heilzwecke eignen.

Weiterer Magnet ist das Ehm-Welk-Museum. Hier lebte der Schöpfer der Heiden und der Gerechten von Kummerow viele Jahre bis zu seinem Tode.

Bad Doberan ist mit den Namen mancher Persönlichkeit aus Politik, Technik, Kultur, und Kunst verbunden. Gekrönte Häupter sind im Münster beigesetzt. Mendelssohn-Bartholdy schrieb hier mit 15 Jahren die Doberaner Ouvertüre, Freiherr von Drais radelte hier mit seiner Laufmaschine, Madame Reichart stieg hier mit ihrem Heißlufballon in den Himmel, Wilhelm von Humboldt und Theodor von Fontane, Hindenburg und Bundespräsidenten weilten hier.

Bad Doberan mit seinen mit seinen nahezu 12.000 Einwohnern ist Kreisstadt, liegt in einem wunderschönen Tal an der Eisenbahnline zwischen Rostock und Wismar, an der Bundesstraße 105, in der Nähe der Autobahnen 19 und 20 sowie des Flughafens Rostock-Laage.

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